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Volks stöhnende Knochenschau
Das Projekt Volks stöhnende Kochenschau, eine Videowochenschau im Rahmen der Wiener Festwochen 1980
(Projektgruppe: Ali Aydin, Gerda Lampalzer, Manfred Neuwirth, Alfred Schwarz, Ferdinand Stahl, Andi Stern, Susa Zahraditsch)

Das Projekt Videowochenschau der Medienwerkstatt Wien (damals Verein Medienzentren) war das erste partizipative Medienprojekt in Österreich, das ein breites Publikum sozusagen «auf der Straße» erreichte. Entscheidend trug dazu der Einsatz eines mobilen Videobusses bei, mit dem auch Vorführungen im ländlichen Umkreis von Wien (auf Hauptplätzen, in Fußgängerzonen, etc.) möglich wurden. Wichtig für die Einschätzung der besonderen Bedeutung dieses Projekts ist die Berücksichtigung der Medienlandschaft, in die es eingebettet war. 1980 gab es in Österreich zwei staatliche Fernsehprogramme ORF 1 und ORF 2, Alternativen in Form von Kabelfernsehen oder Privatsendern waren nicht vorhanden. Die Übermacht des Staatsfernsehens lag vor allem in seiner uneingeschränkten Themenführerschaft. Was nicht ins Fernsehen
kam, war medial nicht von Bedeutung. Eine Öffentlichkeit für Randgruppen, oppositionelle Meinungen, Spezialthemen, etc., die heute von einem diversifizierten Sende(r)angebot abgedeckt wird, war nicht vorhanden. Diese Bedingungen, die nicht zuletzt auch die Voraussetzung für die Gründung der ersten Videoinitiativen in Österreich Ende der 1970er Jahre ­ unter
anderem auch der Medienwerkstatt ­ waren, machten den Symbolwert öffentlicher Vorführungen auf Monitoren so bedeutend. Die Zuschauer sahen «im Fernseher» (als der auch Videomonitore empfunden wurden) Beiträge, die inhaltlich wie formal entgegen ihren Sehgewohnheiten funktionierten. Dementsprechend heftig und vielfältig auch die Reaktionen vor Ort. (...)
(Gerda Lampalzer)
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